Biografie

Ich bin was ich sing und habe keine Biographie. Biographien haben Leute die tot sind. Sicher habe ich eine Vergangenheit, die liegt irgendwo in der Zukunft und ich bin mittendrin. Da war zum Beispiel meine Geburt am 17.05.1969, drittes Kind einer normalen bürgerlichen Familie in Berlin, einer Heimat mit der ich mich verbunden fühle, derzeit aber nicht lebe. Ich hatte immer eine gute Zeit.

Da war dieses Tonbandgerät auf dem das "Live Rust" Konzert von Neil Young zu hören war, nur Gitarre und Harmonika. Kurz darauf hatte ich die erste Hohner in der Hand. Ich begann Musik zu hören und zu machen, durchstöberte Plattenschränke und stieß auf Künstler wie Dylan, Wecker, Mey, Hene´..., Leute die etwas zu sagen hatten. Mit den ersten Akkorden begann ich Lieder zu schreiben. Sie waren einfach da und daran hat sich bis heute nichts geändert. Sie werden wie ein Kuchen gemacht. Das Leben schenkt die Zutaten, unbeachtet werden sie gebacken, raus und fertig. Das "GO IN" Bleibtreu Ecke Nassauische Strasse wurde zum Ort erster Aufführungen.

Damit das Leben nicht immer gleich schmeckt, kostete ich gerne Neues. Ich ging in die Schule, lernte einen Beruf, ging zur Arbeit - und blieb am Ende doch bei der Musik. Es ist nicht immer leicht in dieser Welt zu leben, wenn du daran denkst, irgendwo in den Bergen zu sitzen und dir lieber die Finger an der Gitarre blutig zu spielen. Abwechslung ist wie ein Zeitfenster, durch das ich gehe um neue Harmonien für mich zu finden. Werden diese zu klein, muss sich etwas ändern. Ich gründete eine Band. Wir nannten uns Quo Vadis, tourten durch die Gegend und produzierten zwei Platten der Musikgattung Folktrash. Das war die Zeit der zweiten Deutschen Revolution. Mit der Mauer verschwand auch eine innere Wand. Diese Freiheit schien Grenzenlos. Es war wie ein Frühling in Berlin, dieses warme Gefühl unter Kastanienbäumen sitzend, jungen Hunden nachzuschauen. Ich verbrachte ein halbes Jahr mit Urlaub und produzierte dann die CD "Frühling in Berlin". Das "Flöz" in Berlin wurde zu meinem Konzerthaus.

Ich wurde das Gefühl nicht los etwas neues tun zu wollen. Tagtäglich drehte ich an Reglern und verstand nicht wirklich was ich damit beeinflusste. Zwei Jahre später war ich Toningenieur. Ich brachte mich in ein Studio ein, begann Musik unter anderem für die Neuköllner Oper oder die Hauptstadtmusikanten zu produzieren, arbeitete beim Filmton für die Hochschule für Film und Fernsehen und spielte Theater in der Roten Grütze/Berlin "Was heißt hier Liebe" als Musiker. Inzwischen hatte ich eine Menge Lieder geschrieben und einen alten Flügel gekauft. Es war Zeit für eine neue CD. Puristisch sollte sie werden. Nur Klavier und Stimme. Ich produzierte das Album "Pudelwohl" und verschwand aus Berlin, ohne wirklich weg zu gehen.

Dank einer Frau habe ich mich entschlossen im Grünen zu leben. Ich gründete ein Label, einen Musikverlag und eine Musikschule. Mit einem der besten Geiger Deutschlands produzierte ich in meinem Studio, die CD Baboo. Ich wurde gleich drei mal Vater, habe geheiratet und begann ein wunderbares Familienleben. Nebenbei schrieb ich neue Songs und produzierte sie in meinem Studio, so oft die Zeit es zu lies. Es entstand die CD "Liebesgrüße aus Deutschland". Politische Lieder verlangen klare Bekenntnisse. Flüchtlingshilfe, Inklusion und Wahlkampf für die SPD waren und sind ein Thema auf den Konzerten. Ich spielte unter anderem für Siegmar Gabriel, Martin Schulz und Leni Breymaier.

Kinder spielen beruflich und in meinem Leben eine große Rolle. Als Resultat entstand die Produktion "Musik ist überall". Unter der Schirmherrschaft von Leni Breymaier habe ich das Projekt "Kultur in der Kita" ins Leben gerufen. Viele Konzerte in Schulen und Kindergärten habe ich gespielt und werden noch folgen. Ich produziere gerade in Liederbuch mit Kinder CD, welches in diesem Jahr noch herauskommen soll.

Indigo Blue, heißt Leben ins Blaue, und ist ein neues Soloprojekt Projekt, von dem ich auf meinen Konzerten singen werde. Eine neue CD ist in Arbeit. Ich bin schon gespannt wohin das führt.

Bis dann, Uli Kretschmer